Kündigungsgespräch (2): @jreichelt

Freitag, 14. August 2015 | von Bellarminius

Nach dem letzten Bier gestern raunte ich meinem Freund und Feuilletonpersonalverwalter Simon ins Ohr: »Aus sicheren Quellen weiß ich, dass auch du jeden Artikel von Editor-in-Chief Julian Reichelt liest.« Er wollte eben zur Theke gehen und zahlen, aber ich hielt ihn fest: »Warum?« Er musste nicht lange überlegen: »Nicht mal mehr Jasper von Altenbockum verteidigt doch den BND gegen diese Snowden-Agitatoren, da ist Reichelt der einzige der da eine klare Kante zeigt.« Ich nickte. »Außerdem, hast du jemals jemanden gesehen, der wie er Konstantin von Notz grillen kann?« Ich nickte erneut. »Und die Zukunft des Journalismus. Da gibt er als E-i-C einfach die richtigen Impulse. Wenn du die Flüchtlinge bei Calais oder den Varoufakis nicht mit dem I-Phone im Anschlag verfolgst, dann hast du heutzutage doch sowieso schon verloren.« Ich nickte noch einmal. »Wir sind uns also beide einig, Reichelt darf seinen Posten behalten.« Gemeinsam standen wir auf, gingen zur Theke und zahlten. Als wir rausgingen meinte Simon dann noch: »Zum Glück bin ich für Politik sowieso nicht zuständig.«